PMS KIDS Stottertherapie Studie

Therapeuten & Studiendesign

Informationen für Therapeuten zum Rahmen der PMS KIDS Studie sowie eine Übersicht teilnehmender Praxen.

Therapeuten & Studiendesign

Übersicht der an PMS KIDS teilnehmenden Therapeuten

  • Robert Richter, Leipzig – Logopädische Praxis Richter (www.logopaedie-richter.de)
  • Ulrike Felsing, Berlin – Praxis für Logopädie & Kommunikation (www.logopaedie-felsing.de)
  • Beate Winkler, Berlin – Logopädische Praxis Sprachbaum (www.sprachbaum.berlin)
  • Barbara Born, Berlin – Logopädische Praxis Barbara Born
  • Bettina Freerk, Lüneburg – Praxis für Logopädie Bettina Freerk
  • Katrin Nielsen, Hamburg – Logopädie Zentral Katrin Nielsen (www.logopaedie-nielsen.de)
  • Sonja Bielefeldt, Hamburg – Praxis für Logopädie Gabriele Barth
  • Leonie Schuler, Hamburg – Logopädische Praxis Meike Hummel (www.hummel-logo.de)
  • Denise Knoop, Kiel – Logopädische Praxis Fleischhauer & Bockmann (www.logopaedie-fleischhauer-bockmann.de)
  • Alicja von Gruchalla, Kiel – Logopädische Praxis Fleischhauer & Bockmann (www.logopaedie-fleischhauer-bockmann.de)
  • Nicola Friedel, Hannover – Praxis für Logopädie (www.logopaedie-friedel.de)
  • Birte Ripken, Hannover – MHH Logopädieschule Birte Ripken
  • Karin Wörmann, Paderborn – Logopädische Praxengemeinschaft Wette Wörmann
  • Dominika Tilkorn, Münster – Praxen für Logopädie & Lerntherapie Stefan Warych (www.warych.de/praxis-toppheideweg-9)
  • Stephan Blind, Bochum
  • Renate Kaufmann, Recklinghausen – Logopädische Praxis Renate Kaufmann
  • Christiane Nüßgen, Ankum – Praxis für Logopädie Judith Kuhlmann
  • Dorothea Pfeiffer-Will, Bergisch Gladbach – Praxis für Logopädie D. Pfeiffer-Will
  • Marc Schneider, Bergisch Gladbach – Praxis für Stottertherapie Marc Schneider
  • Marc Wedel, Bonn – Logopädische Praxis Marc Wedel
  • Martina Wiesmann, Bad Honnef – Logopädische Praxis Kaspari-Krath
  • Susanne Schneider, Sankt Augustin – Logopädische Praxis Susanne Schneider
  • Uwe Lendle, Mainz – Logopädische Praxis U. Lendle
  • Kerstin Illenseer, Niederelbert – Logopädische Gemeinschaftspraxis Wortsport
  • Katrin Stratmann-Baumers, Ennigerloh – Praxis für Logopädie K. Stratmann-Baumers
  • Carina Sandkamp-Nobbe, Frankfurt am Main – Logopädische Praxis C. Sandkamp-Nobbe u. Chaoui
  • Daniel Helfrich, Frankfurt am Main – Logopädische Praxis C. Sandkamp-Nobbe u. Chaoui
  • Sandra Roth, Rosbach v.d.H. – Praxis für Sprachtherapie Weickert & Roth
  • Silke Röhm, Mörfelden-Walldorf – Praxis für Logopädie
  • Annegret Motzer, Stuttgart – Logopädische Praxis Annegret Motzer
  • Christine Bort, Stuttgart – Logopädie Christine Bort
  • Christiane Koch, Tübingen – Schule für Logopäden am UKT
  • Veronika Neidlinger, München – Praxis Dialog
  • Georg Thum, München – Praxis Dialog München
  • Isabella Colthorp, Hohenlinden – Praxis für Kindersprachtherapie Bettina Bauer

PMS KIDS für Therapeuten

Wie wirksam ist die Therapieform KIDS?

Die 2016 veröffentlichte Leitlinie für Redeflussstörungen (DGPP, 2016) hat gezeigt, dass die Evidenzlage für bestehende Verfahren in der Stottertherapie sehr heterogen ist. Für den in Deutschland häufig eingesetzten Ansatz der Stottermodifikation sind die wissenschaftlichen Nachweise über die Wirksamkeit derzeit unzureichend. Auffällig ist, dass insbesondere für stotternde Grundschulkinder so gut wie keine Wirksamkeitsstudien vorliegen – dies gilt im Übrigen auch für andere Konzepte und auch für die internationale Studienlage. In Deutschland werden laut einer Umfrage von Kohmäscher (2017) Grundschulkinder zu 90 Prozent mit dem Therapieverfahren Schul-KIDS (Sandrieser & Schneider, 2015) therapiert. Überwiegend finden diese Therapien im ambulanten Setting statt, das heißt die Kinder kommen ein bis zweimal wöchentlich zur Therapie in eine sprachtherapeutische Einrichtung. PMS KIDS setzt genau hier an und möchte einerseits die Evidenzlücke für stotternde Grundschulkinder schließen und andererseits untersuchen, wie wirksam ambulante Einzeltherapien, wie sie im Heilmittelkatalog empfohlen werden, bei Stottern sind.

Die Rahmenbedingungen von PMS KIDS

Von wem wird PMS KIDS durchgeführt?

PMS KIDS ist die Abkürzung für „Prospektive multizentrische Studie zur Wirksamkeit ambulanter Stottertherapie nach dem Stottermodifikationsansatz KIDS“. Unter diesem Namen wird das Forschungsprojekt vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) im Rahmen des Innovationsfonds zur Förderung von themenoffenen Projekten in der Versorgungsforschung gefördert. Die Laufzeit betrug 3 Jahre vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2021.

PMS KIDS wird federführend von der Fachhochschule Münster in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen durchgeführt. Unterstützt wurde das Projekt von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern und einer studentischen Hilfskraft in Münster sowie einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und einer studentischen Hilfskraft in Aachen.

Wer nimmt an PMS KIDS teil?

Um die Wirksamkeit von Schul-KIDS sinnvoll untersuchen zu können, wurden mindestens 52 stotternde Kinder benötigt. Unter Berücksichtigung einer erwarteten Ausfallquote von etwa 20 % sollten mindestens 70 Kinder in die Studie eingeschlossen werden. Davon ausgehend, dass im Durchschnitt jede/r teilnehmende Therapeut/in zwei Kinder zur Studie beiträgt, waren mindestens 35 Therapeuten an PMS KIDS beteiligt.

Was ist das Ziel der Studie?

Mit dieser Studie sollte die Wirksamkeit der in Deutschland breit angewandten Stottertherapie KIDS (KInder Dürfen Stottern; Sandrieser & Schneider, 2015) in sprachtherapeutischen oder vergleichbaren ambulanten Einrichtungen überprüft werden. Es wurde untersucht, wie sich diese Stottertherapie auf die Stottersymptomatik 7- bis 11-jähriger Grundschulkinder nach 3, 6 und 12 Monaten auswirkt.

Wie ist die Studie konzipiert? Das Studiendesign

Für die Studie PMS KIDS werden zwei Gruppen unterschieden: die Therapiegruppe und die Warte-Kontrollgruppe. Kinder beider Gruppen erhalten die gleiche Therapie nach KIDS und werden über 12 Monate evaluiert. Um den Erfolg der Therapie zu dokumentieren, erfolgen Untersuchungen vor der Therapie (prä), nach 3 Monaten, 6 Monaten und 12 Monaten. Als entscheidende Hypothese wird erwartet, dass sich stotternde Kinder nach 3 Monaten Therapie im OASES-S (nicht der Stotterhäufigkeit!) signifikant verbessern. Daher begann die Hälfte der Kinder ihre Therapie nach einer dreimonatigen Wartezeit (Warte-Kontrollgruppe) und es werden die Werte im OASES-S nach dreimonatiger Therapie mit den Werten nach dreimonatigem Warten verglichen.

Was bedeutet die Randomisierung?

Eine methodisch hochwertige Studie erfordert in der Regel den Vergleich mit einer Kontrollgruppe ohne oder mit einer alternativen Behandlung. Aus ethischen Gründen ist eine Kontrollgruppe über 12 Monaten nicht umsetzbar und es fehlen verbreitete, alternative Therapiekonzepte für diese Altersgruppe. Als Kompromiss begann für PMS KIDS die Hälfte der teilnehmenden Kinder (n=26) erst nach einer dreimonatigen Wartezeit die Therapie, um für diese Monate einen Vergleich zwischen Therapie- und Kontrollgruppe zu ermöglichen. Die ethische Unbedenklichkeit dieses Vorgehens wurde von der Ethikkommission des dbs (Deutscher Verband der akademischen Sprachtherapeuten e.V.) sichergestellt. Kinder, bei denen ein sofortiger Therapiebeginn für notwendig gehalten wurde und/oder deren Eltern eine randomisierte Gruppenzuweisung ablehnten, wurden von PMS KIDS ausgeschlossen und erhielten eine studienunabhängige Stottertherapie.

Welche Kinder können an PMS KIDS teilnehmen?

Jedes stotternde Kind konnte an dieser Studie teilnehmen, wenn es:

  • zu Beginn der Studie zwischen 7 und 11 Jahren alt war (Grundschulklasse 1 bis 4),
  • in der ersten Untersuchung im Fragebogen OASES-S eine mindestens milde bis mäßige Beeinträchtigung durch das Stottern zeigte und
  • der/die Therapeut/in die deutschen Sprachkenntnisse der Therapiebeteiligten für eine Therapie nach KIDS als ausreichend ansah.

Ein Kind konnte nicht teilnehmen, wenn weitere neurologische, sprachliche, emotionale oder verhaltensbezogene Auffälligkeiten bestanden, die nach Einschätzung des/der Therapeuten/-in die Durchführung einer Stottertherapie nach KIDS verhinderten. Eine Therapie weiterer Auffälligkeiten (z.B. Sprachtherapie, LRS-Therapie) durfte parallel zur Stottertherapie erfolgen.

Kinder, die in der Einrichtung bereits eine Stottertherapie begonnen hatten, kamen für PMS KIDS nicht in Frage. Dagegen war eine Teilnahme an PMS KIDS möglich, wenn das Kind in der Vergangenheit eine Stottertherapie, ggf. auch nach KIDS, erhalten hatte.

Mehr zum Thema

  • Über uns Das Team und die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der PMS KIDS Studie im Überblick.
  • PMS KIDS für interessierte Eltern Ausführliche Informationen für Eltern über den Ablauf, den Nutzen und die Voraussetzungen zur Teilnahme an der PMS KIDS Studie.